Volkshochschulen warnen vor Engpass bei Integrationskursen für Flüchtlinge

Kramp-Karrenbauer: Lehrkräfte müssen besser entlohnt werden

Als bundesweit größte Träger von Integrationskursen für Zuwanderer rüsten sich Volkshochschulen aktuell für den steigenden Bedarf. Der Deutsche Volkshochschul-Verband e.V. (DVV) geht davon aus, dass durch den Zuzug von Flüchtlingen mit guter Bleibeperspektive im kommenden Jahr bis zu 200.000 Plätze in Volkshochschulkursen benötigt werden. Das sind mehr als doppelt so viele wie in diesem Jahr. Die Präsidentin des DVV, Annegret Kramp-Karrenbauer, mahnt hierzu die Unterstützung der Bundesregierung für eine bedarfsgerechte personelle Ausstattung der Volkshochschulen an: "Die Lehrtätigkeit muss angemessen honoriert und die Festanstellungsquote deutlich erhöht werden. Nur so können die dringend benötigten Lehrkräfte dauerhaft an die Weiterbildung gebunden werden. Dafür muss die Bundesregierung die Trägerpauschale auf 4,40 Euro pro Kursteilnehmer erhöhen. Andernfalls gerät die Stabilität des Integrationskurssystems in Gefahr und die flächendeckende Versorgung mit Integrationskursen durch Volkshochschulen ist nicht mehr gewährleistet."

In Integrationskursen erlernen Zuwanderer den fließenden Gebrauch der deutschen Sprache und erwerben Kenntnisse der deutschen Rechtsordnung, Kultur und Geschichte. Mit einem Anteil von 40 Prozent sind die Volkshochschulen der Hauptträger und leisten einen wesentlichen Beitrag zur gelingenden sozialen und beruflichen Integration.

Aktuell beklagen Volkshochschulen bundesweit, dass qualifizierte Dozentinnen und Dozenten in den besser vergüteten Schuldienst abwandern, um dort die personellen Lücken in der Sprachförderung zu schließen. In der Folge droht ein akuter Personalmangel im Bereich der Integrationskurse. Dazu Kramp-Karrenbauer: "Es kann nicht im Interesse der Bundesregierung sein, dass erwachsene Menschen, die perspektivisch Teil unserer Gesellschaft sein werden, monatelang auf einen Integrationskurs warten müssen. Sie sollten zeitnah in das deutsche Lebensumfeld integriert werden."

Integration sei in hohem Maße eine Bildungsaufgabe, so Kramp-Karrenbauer weiter. Die Volkshochschulen verfügten dafür über eine ausgezeichnete und bewährte Infrastruktur. Diese gelte es zu stärken.

Pressemitteilung (pdf)

Bildnachweis: Photoman29 / Shutterstock.com

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