Geschichte des Deutschen Volkshochschul-Verbandes
Gegründet wurde der Dachverband der cirka 1000 deutschen Volkshochschulen am 17. Juni 1953 als Fach- und Interessenverband in Berlin.
Die Wurzeln der Volkshochschulen liegen noch weiter zurück. Ihr Grundstein wurde durch verschiedene Vorgänger gelegt: die Arbeiter- und Handwerkerbildungsvereine, die universitäre Ausdehnungsbewegung und die dänischen Heimvolkshochschulen.
Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) nimmt heute die politische Interessenvertretung der Volkshochschulen und ihrer Landesverbände auf Bundesebene und europäischer Ebene wahr. Er ist Forum zur Vernetzung von Ressourcen und "Denkfabrik" für Strategien und Entwicklungen der Erwachsenenbildung und damit auch wichtiger Berater der Politik.
So gehören zu den aktuellen Anliegen des Verbandes Themen wie die Konsequenzen von PISA für die Erwachsenenbildung, die Auswirkungen der Hartz-Reform auf die berufliche Weiterbildung, das Zuwanderungsgesetz und die Integrationskurse oder die Entwicklung von Alphabetisierungsprogrammen und neuen Konzepten des Sprachenlernens.
Aus der Tradition internationaler Fachkontakte der Volkshochschulen ist dvv international (das Institut für Internationale Zusammenarbeit des DVV) entstanden, das heute weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in der Erwachsenenbildung durchführt. Mit seinen Programmen ist es in Afrika, Asien, Lateinamerika und Mittel- und Osteuropa aktiv, gegenwärtig auch verstärkt mit EU-Projekten im Bereich der politischen Bildung, deren Ziel eine bürgernahe Vermittlung der Themen rund um die Erweiterung der Europäischen Union ist.
Der DVV ist Gesellschafter des Adolf Grimme Instituts – Gesellschaft für Medien, Bildung und Kultur mbH. Mit dem Adolf Grimme Preis vergibt der DVV den renommiertesten deutschen Fernsehpreis.
Außerdem ist der DVV Alleingesellschafter der telc GmbH. Die telc ist eine Ausgründung der früheren Prüfungszentrale des Deutschen Volkshochschul-Verbands e.V. Sie hat sich auf die Konzeption, die Durchführung und den Vertrieb von Sprachenprüfungen spezialisiert.
Ob in den Bereichen der beruflichen Aus- und Weiterbildung, der Integration, der Politischen Bildung oder im Fremdsprachensektor - die deutschen Volkshochschulen nehmen auf vielen Gebieten führende Positionen ein. Sie sind zu modernen Bildungseinrichtungen gereift und für die Aufgaben der Zukunft gut gerüstet.
Kleine Chronologie des Deutschen Volkshochschul-Verbandes
1949 Gründung einer „Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände deutscher Volkshochschulen“ (Bayern, Berlin, Nordbaden, Nord-Württemberg, Süd-Württemberg/Hohenzollern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein) mit Wahl eines Vorsitzenden
1950 I. Konferenz der „Arbeitsgemeinschaft“ in Frankfurt am Main mit Vertretern der Kultusministerien und der drei westlichen Alliierten Hohen Kommissionen – II. Konferenz der „Arbeitsgemeinschaft“ in Frankfurt am Main mit Neuwahl des Vorsitzenden
1951 III. Konferenz der „Arbeitsgemeinschaft“ in Mainz
1952 IV. Konferenz der „Arbeitsgemeinschaft“ in Frankfurt am Main mit Erlass einer Geschäftsordnung und Neuwahl eines Vorsitzenden, Wahl eines Präsidenten und eines Geschäftsführers – Internationales Treffen der Erwachsenenbildung in Salzburg unter starker Beteiligung der „Arbeitsgemeinschaft“
1953 21. Mai bis 06. Juni: Grundsatzwoche der „Arbeitsgemeinschaft“ im Volkshochschulheim Inzigkofen „Sinn und Aufgabe der Volkshochschule“ –
1953 17. Juni: Umwandlung der „Arbeitsgemeinschaft“ – Gründung des Deutschen
Volkshochschul-Verbandes e.V. in Berlin – Gründungsmitglieder: Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordbaden, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Südbaden, Württemberg – September: Arbeitstagung des DVV in Jugenheim a. d. B. „Bildungsarbeit in möglichen deutschen Verteidigungsstreitkräften“
1953 01. Oktober: Beitritt Nordrhein-Westfalen
1954 24. Februar 1954: Beitritt Bremen
1954 September: Erste Arbeitstagung des Arbeitskreises Großstädtischer Volkshochschulen im DVV in Frankfurt am Main
1956 Beitritt Saarland – Gründung des „Bundesarbeitskreises Arbeit und Leben“ in Frankfurt am Main – Anregung zur Gründung einer Pädagogischen Arbeitsstelle auf dem II. Deutschen Volkshochschultag in Frankfurt am Main
1957 Gründung der „Pädagogischen Arbeitsstelle des DVV“ mit Sitz in Frankfurt am Main (seit 1997: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung e.V.)
1961 Stiftung des Adolf-Grimme-Preises – Fernsehpreis des DVV
1969 Errichtung der „Fachstelle für Erwachsenenbildung in Entwicklungsländern“ als Abteilung in der Bundesgeschäftsstelle des DVV mit Sitz in Bonn (seit 1993: Institut für Internationale Zusammenarbeit des DVV)
1972 Beschluss des Vorstandes zur Gründung eines Adolf-Grimme-Instituts zur weiteren Entwicklung und Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Volkshochschule und Fernsehen
1973 Gründung des Adolf-Grimme-Instituts des DVV mit Sitz in Marl (seit 1997: Adolf Grimme Institut – Gesellschaft für Medien, Bildung und Kultur mbH)
1981 Bildung des Internationalen Arbeitskreises zur Aufarbeitung Historischer Quellen der Erwachsenenbildung Deutschland – Österreich – Schweiz
1991 Änderung der Satzung des DVV und Beitritt der Volkshochschul-Landesverbände der neuen Bundesländer zum DVV: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
1996 Beschluss zur Strukturreform des DVV und seiner Institute auf der 44. Mitgliederversammlung des DVV in Wuppertal
1997 Außerordentliche Mitgliederversammlung des DVV in Kassel zur rechtlichen Verselbständigung des DIE, zur Umwandlung des Adolf Grimme Instituts des DVV in eine GmbH und zur Änderung der Satzung des DVV e.V. – Gründung des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung e.V. – Errichtung der Adolf Grimme Institut – Gesellschaft für Medien, Bildung und Kultur mbH – Errichtung der WBT – Weiterbildungs-Testsysteme GmbH (heute telc GmbH) als Rechtsnachfolger der Prüfungszentrale des DVV
2006 Umbenennung der WBT in telc GmbH












